Biber (Castor fiber)

Biber Leitart Stiftung NLB
Nur äußerst selten bekommt man Biber (Castor fiber) am Tage zu sehen. (Foto Mathias Herrmann)

Die Biber wurden fast überall in Mitteleuropa ausgerottet. Mit Ausnahme eines kleinen Rückzugsareals an der mittleren Elbe waren sie aus allen deutschen Gewässern verschwunden.

Die Bereiche der Unteren Havel und der Schwarzen Elster wurden von der sich erholenden Population an der mittleren Elbe Ende der 1960er Jahre besiedelt. Von hier ausgehend siedelten sich die Biber auch in Südbrandenburg an. Durch gezielte Schutzmaßnahmen konnten sich  kleine Bestände begründen, die sich nun wieder langsam ausbreiten. Der Bestand in ganz Brandenburg wurde 1995/96 auf ca. 1200 Tiere in 370 Ansiedlungen geschätzt.

Biber sind sehr eng an den Lebensraum Fließgewässer gebunden. Bevorzugt werden Auen. Ab 30 cm Wasserstand ist eine ausreichende Schwimmtiefe vorhanden. Im Winter bei Vereisung sind 50 cm Wassertiefe das Minimum. Biber sind die größten Vertreter der Gruppe der Wühlmäuse. Sie sind Vegetarier und leben überwiegend von Pflanzen, die sie im Wasser oder in der Uferzone finden. Weichhölzer sind insbesondere als Winternahrung wichtig. Biber können durch den Bau von Dämmen ganze Talräume zu ihren Gunsten gestalten, für eine Entwicklung als Wildnisgebiet optimale Voraussetzungen.
Leitart Biber

Biber leben in Familiengruppen. In der Regel rechnet man pro Familie einen Lebensraumbedarf von 1 bis 4 Kilometer Fließgewässerstrecke. Junge Biber werden mit 11 bis 23 Monaten aus dem Familienverband abgedrängt und wandern ab. Abwandernde Elbebiber legten auf Reviersuche im Schnitt 25 Kilometer zurück. Maximal wurden Wanderentfernungen von 170 Kilometern nachgewiesen.

Aufgrund ihrer unbeholfenen Fortbewegung an Land, entfernen sich Biber nicht weit von Gewässern, um jederzeit dorthin flüchten zu können. Aus diesem Grund überwinden Biber auch nur sehr selten größere Entfernungen zwischen Gewässern und orientieren sich bei ihren Wanderungen meist an Gewässern. Ziel des Ökologischen Korridors Südbrandenburg ist es, den Biber als einen der wichtigsten Wildnisgestalter wieder in Lebensräume zurückkehren zu lassen, in denen er ausgerottet wurde und eine bessere Verknüpfung der Gewässerlebensräume für Biber sicherzustellen.

Anmerkung: Teile der hier dargestellten Informationen wurden im Rahmen des F & E Vorhabens des Deutschen Jagdschutz-Verbandes e.V. und des Bundesamtes für Naturschutz „Bewältigung räumlich-funktionaler Beeinträchtigungen durch Ableitung von dauerhaften, effizienten Maßnahmen zur Vermeidung und Kompensation“ durch Herrmann, M. & Matthews, A. erarbeitet.

Die Autoren
Dr. Mathias Herrmann, ÖKO-LOG Freilandforschung, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Karl Scheurlen, IUS Weibel & Ness, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Der Text wurde für das Internet bearbeitet. Eine ausführliche Fassung mit den entsprechenden Quellennachweisen finden sie hier:

Hirsch, Wolf, Otter, Biber - Die Leitarten im Projekt
        

Fotogalerie Projekte - ökologischer Korridor

Fotofalle: Welpen in Lieberose
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Studenten bei der Feldarbeit © Daniel Rosengren
Studenten bei der Feldarbeit © Daniel Rosengren
Fotofalle | Foto © Daniel Rosengren_ZGF_800
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Ökologischer Korridor, Fotofalle von Wolf bei einer Unterfuehrung
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Wildniskonferenz 2015 Exkursion der Teilnehmer
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