Der Wolf (Canis lupus)

Wolf Leitarten Stiftung NLB
Der Wolf (Canis lupus) ist das seltenste Säugetier in Deutschland. (Foto NABU/Jürgens)

Ursprünglich war der Wolf eines der am weitesten verbreiteten Säugetiere der Erde. Eine schonungslose Jagd hat ihn jedoch vielerorts ausgerottet. Heute leben Wölfe meist zurückgedrängt in abgelegenen Gebieten.

Dass dies nicht immer so sein muss, zeigen Beispiele aus Italien, Spanien, Portugal oder Kroatien, wo Wölfe auch in dichter besiedelten Landstrichen leben. Der letzte deutsche Wolf wurde 1904 bei Hoyerswerda (Sachsen) erlegt. Es folgte ein Jahrhundert ohne sich fortpflanzende Wölfe in Deutschland. Doch immer wieder versuchten einwandernde Wölfe in Deutschland Fuß zu fassen. Zwischen 1945 und 1999 wurden 29 Wölfe auf ihrem Weg nach Westen erschossen, gefangen oder überfahren.

1998 wurden in der Muskauer Heide (Sachsen) erstmals wieder zwei Wölfe zusammen gesehen. Im Jahr 2000 wurden hier die ersten jungen Wölfe geboren. Ein weiteres Rudel lebt seit kurzem an der brandenburgisch-sächsischen Landesgrenze. Aus dem Raum Jüterbog liegt der erste sichere Nachweis eines Wolfes vor und es besteht Hoffnung, dass sich hier ein weiteres Rudel etabliert.

Wölfe jagen und leben in Rudeln. So können sie auch Beutetiere jagen, die deutlich größer sind als sie selbst. Hinsichtlich der Lebensräume sind Wölfe flexibel. Ihr Vorkommen ist abhängig von einer geringen Fragmentierung des Waldes und von einer geringen Dichte von Dörfern, Städten, Autobahnen und Bahnlinien. Jungtiere wandern meist in einem Alter von 9 bis 36 Monaten aus dem elterlichen Rudel ab. Sie wandern täglich durchschnittlich 25,7 Kilometer. Einige Experten meinen, dass die Tiere entlang von Korridoren wandern, deren Kenntnis von Generation zu Generation weitergegeben wird. In Einzelfällen können während der Wanderung bis zu 200 Kilometer täglich zurückgelegt werden. Die Beobachtung einer 8.000 km langen Wanderung einer Wölfin quer durch Nordamerika führte zu der Idee des Wildtierkorridors „Yellowstone to Yukon“ (Y2Y) – mit einer Durchlassbreite von bis zu 800 Kilometern eines der größten Korridorprojekte weltweit.

Trotz der bisher erfolgreichen Rückkehr ist der Wolf das seltenste Säugetier Deutschlands geblieben. Wölfe sind in Europa nach der Berner Konvention (Anhang II) und der FFH-Richtlinie (Anhang II, IV) streng zu schützen. Der Ökologische Korridor Südbrandenburg wird einen der wichtigsten Ausbreitungswege des Wolfes sichern und einen Beitrag dazu leisten, dass Wölfe in einer ausreichenden Bestandsgröße in Ostdeutschland Fuß fassen können.

Fotogalerie Projekte - ökologischer Korridor

Fotofalle: Welpen in Lieberose
Fotofalle: Welpen in Lieberose
Studenten bei der Feldarbeit © Daniel Rosengren
Studenten bei der Feldarbeit © Daniel Rosengren
Fotofalle | Foto © Daniel Rosengren_ZGF_800
Fotofalle | Foto © Daniel Rosengren_ZGF_800
Ökologischer Korridor, Fotofalle von Wolf bei einer Unterfuehrung
Ökologischer Korridor, Fotofalle von Wolf bei einer Unterfuehrung
Wildniskonferenz 2015 Exkursion der Teilnehmer
Wildniskonferenz 2015 Exkursion der Teilnehmer