Barrieren überwinden | Stiftung NLB

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Barrieren überwinden

Zahlreiche Autobahnen, Straßen und Schienenwege laufen durch Brandenburg sternförmig auf Berlin zu. Der Ökologische Korridor soll diese Barrieren für wandernde Wildtiere überwindbar machen. Beim Ausbau der Infrastruktur wurden Belange der fernwandernden Tierarten nicht ausreichend berücksichtigt. Zahlreiche Wildunfälle sind die Folge und stellen eine Gefahr für Mensch und Tier dar.

Immer wieder werden auch seltene Arten wie Fischotter und Wolf Opfer des Straßenverkehrs. Nicht nur Autobahnen sondern auch das dichte Netz von Bundes- und Landesstraßen stellt ein Hindernis für den ungestörten Austausch der Tierpopulationen dar und zerschneidet deren Lebens- und Rückzugsräume.

Die zahlreichen bereits bestehenden Brücken und Unterführungen stellen jedoch eine große Chance dar. Sie können mit vergleichsweise geringem Aufwand, z.B. durch die Anlage von Bermen (Uferstreifen für Fischotter unter Brücken), "entschärft" werden. Im Rahmen des Projktes Ökologischer Korridor Südbrandenburg werden die bestehenden Gefahrenstellen und Engpässe aud den Wanderrouten der Tiere identifiziert und Maßnahmenvorschläge zur Verbesserung der Austauschmöglichkeiten entwickelt.

Zwischenergebnisse des Projektes waren unter anderem Empfehlungen für den Neubau von Grünbrücken sowie Planungsgrundlagen für die kostengündtige Aufwertung bestehender Brücken und Unterführungen als Wildtierquerungen. ein wichtiger Erfolg stellte bereits die Realsisierung von zwei durch das Projekt vorgeschlagenen Grünbrücken im Rahmen des Konjunkturpaketes II dar.

Wichtige Bestandteile des Projekts sind auch Forschung und Monitoring, die offene Fragen in Bezug auf das Wanderverhalten der Tiere und ihre Nutzung von Querungsbauwerken klären und Erkenntnisse für die Effizienz und nachträgliche Aufwertung von Querungsbauwerken ermöglichen. An ausgewählten Bauwerken in einem Modellkorridor wurden dafür Querungsaktivitäten der Tiere gemessen und mit den Umweltbedingungen der Standorte in Verbindung gesetzt. An die Untersuchung schloss sich ein Effizienzvergleich an, bei dem Kosten und Nutzungsaspekte von Grünbrücken und kleineren Querungsbauwerken ausgewertet wurden.

Im Ergebnis der Untersuchungen wird deutlich, dass sich die im Vergleich zum Bau von Grünbrücken günstigere Aufwertung von bestehenden Querungsmöglichkeiten (Durchlässe und vorhandene Brücken) für einige Artengruppen in jedem Falle lohnt. Jedoch sind gerade für das Rotwild Grünbrücken unverzichtbar.
Ergebnisse der Untersuchungen und Informationen zum Verlauf des Projektes sind im letzten Projektbericht abrufbar.

Projektbericht

 

 

Kooperation mit Polen | Stiftung NLB

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Kooperation mit Polen

Grenzen sind nciht nur für die Tiere zu überwinden sondern auch für uns Menschen. So z.B. zwischen Polen und Brandenburg. Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg hat erkannt, wie wichtig der grenzüberschreitende Austausch ist und setzt seit 2010 Kooperationsprojekte mit polnischen Verwaltungsmitarbeitern, Wissenschaftlern und Naturschutzorganisationen aus der Woiwodschaft Lubuskie (Lebus) um.

Ziel ist nicht nur eine gemeinsame Datengrundlage und die Verschneidung der Korridore, sondern auch das Lernen voneinander, wie wir mit Wildtieren in unserer Kulturlandschaft umgehen und Akzeptanz fördern können.

Als Rückkehrer kommen perspektivisch auch Elch, Luchs oder Wildkatze in Frage. Einzelne Elche werden auf den Lieberoser Stifungsflächen bereits gesichtet. Sie haben den Weg von polen kommend über die Oder gemeistert. Das imposante Tier ist eine Bereicherung für unsere biologische Vielfalt aber der Umgang mit dem Elch stellt in unserer Kulturlandschaft natürlich eine Herausforderung dar. EinElchmanagementplan wurde vom Land Brandenburg entwickelt und doll erste Orientierung bieten.

Elchmanagementplan