Schwarzer Kiefernprachtkäfer im Wildnisgebiet Lieberose entdeckt

Larve des Schwarzen Kiefernprachtkäfers
Die weißen Larven des Schwarzen Kiefernprachtkäfers können sich nur unter verkohlter Baumrinde entwicklen.

Ranger des Wildnisgebietes Lieberose findet in den Borken verbrannter Kiefern Larven des Schwarzen Kiefernprachtkäfers.

Waldbrände locken den Käfer an

Dieser Käfer beeindruckt durch seine einzigartige Lebensweise, denn die Waldbrände ziehen ihn an. Der ausgewachsene Schwarze Kiefernprachtkäfer kann Waldbrände aus mehr als zehn Kilometern Entfernung orten. Das gelingt ihm mit Hilfe von infrarotempfindlichen Grubenorganen. In diesen Gruben befinden sich haarähnliche Sinnesorgane begleitet von Wachsdrüsen. Die Gruben sind mit Wachs angefüllt. Durch die Hitze des Waldbrandes dehnt sich dieses Wachs aus. Das wiederum nehmen die haarähnlichen Sinnesorgane wahr. So ortet der Käfer den Brandherd.

Larven des Käfers benötigen verbrannte Bäume

Die Käfer finden sich in der Brandfläche zusammen. Nach der Paarung legen sie ihre Eier unter die verkohlte Baumrinde. Die weißen Larven können sich nur hier entwickeln. Ein intakter Baum würde sie mit seinen natürlichen Abwehrreaktionen wie Harz daran hindern. Nach der Verpuppung der Larven dauert es meist zwei Jahre, bis sie zum ausgewachsenen Käfer werden.

Seltener Käfer im Wildnisgebiet

In Deutschland gilt der Schwarze Kiefernprachtkäfer laut der Roten Liste als stark gefährdet. Allerdings kann der Käfer jahrelang beinahe verschwunden sein. Sobald ein Waldbrandereignis aufkommt taucht der Käfer wieder auf.

Beeindruckende Fähigkeiten für die Bionik

Die faszinierenden Sinnesorgane des Schwarzen Kiefernprachtkäfers sind für die Bionik interessant. Forschende möchten die Fähigkeiten des Käfers in technische Anwendungen überführen. In dem Fall wäre eine Herstellung von kleinen Geräten möglich, die Brände noch viel früher entdecken.

Wie schwerwiegend der Brand im Wildnisgebiete Lieberose war können Sie hier lesen.