Illegale Befahrung kostete Motocrosser fast das Leben

Schwerer Unfall im Naturschutzgebiet Heidehof-Golmberg

Schwer verletzt und bewegungsunfähig wurde am Sonntag, 27.10.2019 ein Motocrossfahrer im Naturschutzgebiet auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Heidehof gerettet. Er war illegal in dem unwegsamen Gebiet unterwegs, verunglückte dort und wurde nur durch einen glücklichen Zufall von Wanderern gefunden. Bereits vor dem aktuellen Fall brachten sich Menschen durch illegale Befahrung und Begehung des unwegsamen Geländes in Gefahr. Polizei und Flächeneigentümerin Stiftung Naturlandschaften Brandenburg appellieren für die Sicherheit von Leib und Leben an die Einhaltung des Fahrverbotes und Wegegebotes für Wanderer.

In dem unübersichtlichen, sehr weitläufigen und munitionsbelasteten Gebiet ist die Befahrung verboten und die Begehung nur auf den ausgewiesenen und markierten Wanderwegen gestattet. Mit gutem Grund auch für die Sicherheit von Leib und Leben, wie eine Serie von tragischen Vermisstmeldungen der letzten Monate zeigt. Drei Vermisste gab es in den letzten Monaten bereits auf dem 9.300 Hektar großen Gelände des benachbarten ehemaligen Truppenübungsplatzes Jüterbog. Zwei von Ihnen konnten erst nach mehrtägiger Suche durch die Polizei gefunden werden, überlebten mit großem Glück, teils mit dauerhaften gesundheitlichen Schäden.

Der am 27.10. gerettete Motocrossfahrer war auf dem Gebiet des Heidehofes bei Jänickendorf unterwegs, stürzte und zog sich schwere Knochenbrüche zu, so dass er nicht mehr in der Lage war, selbst Hilfe zu holen. Seine Schreie alarmierten Wanderer, die nur durch Zufall in einem benachbarten Waldstück unterwegs waren.

Polizei, Oberförsterei und Stiftung Naturlandschaften Brandenburg gehen seit Jahren gemeinsam gegen illegale Befahrung vor. Auch 2019 fanden regelmäßig Bestreifungen mit Unterstützung durch die Luft statt. Bei einem Einsatz am 12. Mai konnten insgesamt 12 Personen und 5 Fahrzeuge polizeilich erfasst werden. Die Täter leisteten Entschädigungszahlungen in vierstelliger Höhe. Doch das Problem bleibt weiterhin bestehen und nicht nur Fahrer sondern auch Fußgänger bringen sich in Gefahr. Polizei und Stiftung Naturlandschaften Brandenburg appellieren dringend an die Vernunft und die Einhaltung des Wegegebotes. Illegale Befahrung und Begehung werden weiterhin verfolgt und zur Anzeige gebracht.

Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg hat im Wildnisgebiet bei Jüterbog ein rund 30 km langes markiertes und entmunitioniertes Wanderwegenetz geschaffen und bietet jedes Jahr zahlreiche geführte Exkursionen an. Informationen zu Erlebnismöglichkeiten, Wanderwegen und Exkursionen sind unter www.stiftung‐nlb.de abrufbar.


Stiftung Naturlandschaften Brandenburg – Die Wildnisstiftung 

Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg engagiert sich als „Die Wildnisstiftung“ seit ihrer Gründung im Jahr 2000 mit eigenen Flächen und Expertise für Wildnisgebiete und deren Vernetzung. Sie ist eine der größten privaten Eigentümerinnen von Wildnisgebieten in Deutschland. Stifter sind das Land Brandenburg, die Zoologische Gesellschaft Frankfurt, der Naturschutzbund Deutschland (NABU), die Umweltstiftung WWF Deutschland, der Landschafts-Förderverein Nuthe‐Nieplitz‐Niederung, die Gregor Louisoder Umweltstiftung und eine Privatperson. Die private Stiftung besitzt und verwaltet auf den ehemaligen Truppenübungsplätzen Jüterbog, Heidehof, Lieberose und Tangersdorf Flächen im Umfang von rund 13.600 ha. Sie setzt sich für die ökologische Vernetzung ihrer Flächen ein und macht sie erlebbar. Als Vermittlerin von Fachwissen und Expertenaustausch engagiert sie sich dafür, das Thema Wildnisschutz im politischen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskurs voranzubringen.
Weitere Informationen unter www.stiftung‐nlb.de