Motocrosser verletzt Wanderer

Bei einer Gruppenwanderung auf den Jüterboger Stiftungsflächen wurde am 14.2.2016 ein Wanderleiter durch einen Motocrossfahrer verletzt.

Der Fahrer fuhr auf den Stiftungsmitarbeiter zu, überrollte seinen Fuß und streifte sein Schienbein. Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg bittet um Hilfe bei der Identifikation des Täters und ruft die Polizei zu verstärkten Maßnahmen gegen die immer gravierendere illegale Befahrung auf.

Illegale Befahrung ist ein hartnäckiges Problem im Naturschutzgebiet auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Jüterbog. Jetzt hat die Rücksichtslosigkeit der Fahrer eine neue Stufe erreicht, ein Mensch wurde angefahren. Die Tat ereignete sich in Nähe des bei Wanderern beliebten Aussichtspunktes am Wanderweg Wurzelberg nahe der großen Binnendüne. Eine Wandergruppe, darunter auch Familien mit Kindern, war dort am Sonntag (14.2.) nachmittags im Rahmen einer Führung unterwegs. Die Gruppe traf auf drei Motocrosser, die über die im Boden eingelassene Übersichtskarte des Geländes fuhren. Der Wanderleiter ging einem der Crossfahrer entgegen. Der Crosser bremste zunächst ab, hielt dann auf ihn zu, fuhr über den Fuß des Stiftungsmitarbeiters und streifte auch sein Schienbein. Daraufhin beging der Motocrosser Fahrerflucht.

Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg, für die der Wanderleiter im Gebiet unterwegs war, stellte Strafanzeige gegen Unbekannt und bittet um Hinweise zur Identifikation des Täters.

Ein Foto der drei Motocrosser liegt vor, der Täter ist ganz rechts auf einem orangen Fahrzeug mit hellem Helm abgebildet:

Motocrosser verletzt Wanderer

Hinweise zur Ergreifung des Täters können unter Tel. 03371/6000 an die Polizeiinspektion Teltow-Fläming übermittelt werden.

„Erstmals wurde ein Wanderer verletzt, damit sind neue Dimensionen der Gefahr erreicht. Wir rufen die Polizei dazu auf, das Problem jetzt verstärkt anzugehen.“, sagt Dr. Andreas Meißner, Geschäftsführer der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg.

Gemeinsame Bestreifungen der Polizei zusammen mit der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg und der Naturwacht konnten das Problem der illegalen Befahrung im Naturschutzgebiet in der Vergangenheit nicht beheben, jedoch zeitweise mindern. Leider finden die Bestreifungen aufgrund der angespannten Personalsituation bei der Polizei immer seltener statt.

Die Gefahr, die von den Crossfahrern ausgeht, ist jetzt augenscheinlich geworden. Das Gebiet wird von Anwohnern und Gästen der Region für Erholung und Naturerlebnis genutzt. Es beherbergt ein 30 km langes Wanderwegenetz mit beliebten Aussichtspunkten. Der jetzt betroffene Picknickplatz am Wurzelberg mit Blick auf eine große Binnendüne wird von Wanderern aus Luckenwalde und Umgebung besonders gern besucht.

Das Areal ist als Naturschutzgebiet Forst Zinna-Jüterbog-Keilberg ausgewiesen und gehört zu den bedeutendsten Naturschätzen Brandenburgs. Die illegale Befahrung ist eine Gefahr für Wanderer und Naturliebhaber im Gebiet. Darüber hinaus entstehen massive Schäden für die sensiblen Arten und Lebensräume. Neben den direkten Verlusten, z.B. für bodenbrütende Vögel, sind Lärm und plötzliches Auftauchen der Fahrer und Vordringen in abgelegene Rückzugsbereiche eine massive Beeinträchtigung, besonders auch bei der Jungenaufzucht. Die schweren Räder zerstören die Bodenvegetation und richten Schäden an Brandschutzwegen an. Darüber hinaus ist das Areal außerhalb der markierten Wanderwege nach wie vor kampfmittelbelastet, von Munition und einsturzgefährdeten Anlagen geht ein hohes Unfallrisiko aus.