Ehrung für Brandenburger Wildnisstifter

Dr. Hans-Joachim Mader (Stiftungsratsvorsitzender) und Hubertus Meckelmann (Vorstandsvorsitzender) wurden mit dem Bruno H. Schubert Preis ausgezeichnet.

Für ihr gemeinsames herausragendes Engagement beim Aufbau der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg und der Sicherung von Wildnisgebieten wurden Dr. Hans-Joachim Mader und Hubertus Meckelmann am 29.10.2014 in Frankfurt mit dem Bruno H. Schubert Preis geehrt.

Dr. Hans-Joachim Mader und Hubertus Meckelmann bei der Preisverleihung (v.l.n.r.). Foto: D. Andres-Brümmer/ZGF


Mit großem Engagement, Mut und unermüdlicher Arbeit haben Dr. Hans-Joachim Mader als Ratsvorsitzender und Hubertus Meckelmann als Vorstandsvorsitzender die im Jahr 2000 gegründete Stiftung Naturlandschaften Brandenburg aufgebaut und entwickelt. Als zwei der ersten Naturschutzakteure in Deutschland setzten sie sich dabei konsequent für den Schutz von Wildnisgebieten ein. Für ihr beispielhaftes Engagement wurden sie gestern in Frankfurt am Main mit dem Bruno H. Schubert Preis ausgezeichnet. Die Ehrung war für die Preisträger ein besonderer Moment der Anerkennung für die geleistete Arbeit. „Ich bin sehr glücklich darüber, dass das Thema Wildnis durch diese Preisverleihung wieder in das öffentliche Bewusstsein tritt“, sagte Dr. Hans-Joachim Mader und dankte der Jury. Auch Hubertus Meckelmann brachte seine Freude zum Ausdruck und betonte: „Mit der Preisverleihung werden auch die vielen Partner und Mitstreiter geehrt, die notwendig sind, um großflächige Wildnisgebiete dauerhaft zu sichern.“

Der Bruno H. Schubert Preis gilt als höchstdotierter privater Umweltpreis Deutschlands und wird für wissenschaftliche Leistungen und deren praktische Umsetzung auf dem Gebiet des Natur- und Umweltschutzes alle zwei Jahre in drei Kategorien verliehen. Der Preis soll sowohl Anerkennung für die geleistete Tätigkeit als auch Basis und Ansporn für weitere Aktivitäten sein.

Zum Erfolg der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg hat das langjährige ehrenamtliche Engagement der beiden Preisträger maßgeblich beigetragen. Mittlerweils besitzt und betreut die Wildnisstiftung 12.800 Hektar Flächen auf den ehemaligen Truppenübungsplätzen Jüterbog, Heidehof, Lieberose und Tangersdorf in Brandenburg. Auf dem größten Teil der Fläche finden bereits keine Eingriffe in die Natur mehr statt, so dass Wildnis entsteht. Im Rahmen des Modellprojektes Ökologischer Korridor Südbrandenburg vernetzt die Stiftung ihre Wildnisflächen mit weiteren naturnahen Wald- und Feuchtgebieten in Brandenburg für wandernde Wildtiere. Darüber hinaus schafft sie Naturerlebnismöglichkeiten und richtet internationale und regionale Fachveranstaltungen aus.

Mit Wildnisschutz und Biotopverbund leistet die Stiftung einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt, in der die Bundesregierung sich zum Ziel setzt, bis zum Jahr 2020 einen Wildnisanteil von 2 % der Landfläche Deutschlands zu erreichen. Weniger als die Hälfte dieses Ziels sind bislang erreicht und Handlungsbedarf ist dringend geboten.

Hintergrundinformationen

Dr. Hans-Joachim Mader, Foto: T. Ecke


Dr. Hans-Joachim Mader

Seit Stiftungsgründung im Jahr 2000 ist Dr. Hans-Joachim Mader der Ratsvorsitzende der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg. Nach dem Abzug der sowjetischen Truppen aus Brandenburg Anfang der 1990er Jahre setzte er sich mit Mut und großer Energie dafür ein, die Vision, ehemalige Truppenübungsplätze als wertvolle, letzte großflächig unzerschnittene Gebiete für den Naturschutz zu sichern, umzusetzen. Die erfolgreiche Entwicklung der Stiftungsarbeit hat er zielstrebig und konsequent vorangebracht und als Wegbereiter des Projektes Ökologischer Korridor Südbrandenburg die Bedeutung von Biotopverbund für den Wildnisschutz frühzeitig erkannt. Bereits in den 1980er Jahren, als das Thema noch wenig bekannt war, publizierte er Forschungsarbeiten zu Biotopverbund und Isolationswirkungen bei Tierpopulationen. Er war als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Bundesforschungsanstalt für Naturschutz tätig, wechselte dann in das Bundesumweltministerium und war von 1990-2005 im Brandenburgischen Umweltministerium Abteilungsleiter für Raumordnung bzw. Naturschutz. Neben seinem ehrenamtlichen Engagement für die Stiftung berät er im Rahmen des senior expert service Naturschutzprojekte in aller Welt und ist im Vorstand des Kunsthofes Glindow aktiv.
Als visionärer, wagemutiger und zielstrebiger Naturschützer gehört Dr. Hans-Joachim Mader zu den ersten Verfechtern der Wildnisidee in Deutschland. Seine Vision ist es, Urwälder von morgen zu schaffen, die unsere Enkelkinder einmal bestaunen werden. Der Cellist und Buchautor lebt in Glindow, ist verheiratet, hat zwei Söhne und sechs Enkelkinder.

Hubertus Meckelmann, Foto: T. Ecke

Hubertus Meckelmann

Hubertus Meckelmann ist seit Gründung der Stiftung Naturlandschaften Vorstandsvorsitzender und leitete von 1997-2013 den Naturpark Nuthe-Nieplitz, der die Jüterboger Flächen der Stiftung umfasst. Vor seiner Tätigkeit als Naturparkleiter arbeitete er ab 1978 in der Bezirksnaturschutzbehörde in Potsdam und später im Brandenburgischen Umweltministerium in der Abteilung Naturschutz. Mit herausragendem Engagement und diplomatischen Gespür gewann er wertvolle Partner und Förderer für die Stiftung und erwarb sich große Verdienste in Bezug auf die Erweiterung und Arrondierung der Stiftungsflächen. Im Naturpark und auf den Stiftungsflächen realisierte er Managementmaßnahmen, Biotopverbundprojekte und Naturerlebnisangebote mit großem praktischem Geschick, Energie und Enthusiasmus. Seine Kommunikationsstärke und weithin bekannte sympathische Art waren grundlegend für die erfolgreiche Kooperation mit umliegenden Landnutzern und vielen weiteren Partnern.
Als Vermittler zwischen Jagd und Naturschutz setzte er sich für die Etablierung und Weiterentwicklung naturverträglicher Jagdkonzepte ein. Der gebürtige Perleberger lebt in Potsdam, ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Stiftung Naturlandschaften Brandenburg

Im Mai 2000 wurde die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg vom Land Brandenburg, der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, dem Naturschutzbund Deutschland (NABU), der Umweltstiftung WWF Deutschland, dem Landschafts-Förderverein Nuthe-Nieplitz-Niederung und einer Privatperson gegründet. Ihr Ziel ist es, Wildnisentwicklung auf ihren Flächen zu ermöglichen und diese den Menschen näher zu bringen.

Weitere Informationen unter
 
www.stiftung-nlb.de, www.wildkorridor.de, www.stiftung-nlb.de/lieberose

Weitere Informationen zum Bruno H. Schubert Preis unter

www.bruno-h-schubert-stiftung.de